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Okt 08

Hauptberuflich Mitmensch!

leuchtdiode managen

Kinder managen…

Wer hat es sich eigentlich ausgedacht, dass es dafür Millionen an „Lohn“ gibt, einen Grossflughafen, einen unterirdischen Bahnhof oder ein gigantisches Opernhaus jahrzehntelang nicht fertigzustellen? Während andere Menschen sich 24/7 mit freundlicher Miene, belastbar, hochprofessionell und jede Stunde extrem effektiv der Aufgabe stellen, ihre Familie und ihre unmittelbare menschliche Umgebung erfolgreich zu „managen“ und dann nach 40 oder mehr Jahren noch nicht mal von der Rentenkasse angemessen entlohnt werden? Was soll der Unfug? Zumal ein gut erzogenes Kind ein nicht zu unterschätzender Faktor für die immer noch nicht untergegangene Wirtschaft unserer Welt darstellt: einen Konsumenten, Steuerzahler, Arbeiter. Und zumal die ehemaligen Konsumenten, Steuerzahler, Arbeiter, nun vielleicht in die Jahre gekommen, eine angemessene, würdige, liebevolle und über jeden Zweifel erhabene Betreuung, eventuell Pflege, in Anbetracht ihrer Lebensleistung mehr als verdient haben!

Wieso also diese Arbeitskraft, die täglich von Millionen unter- oder gar nicht bezahlter Menschen geleistet wird, nicht endlich anständig „honorieren“ („honor“ ist lateinisch und heisst „Ehre“) oder „belohnen“ (was Arbeitgeber und Staat heutzutage unter „Lohn“ verstehen, ist ein Witz, da sich die Arbeit nicht selten einfach niemals „lohnt“)?

Nur weil diese Arbeit keinen „Gewinn“ abwirft, keine Aktionäre befriedigt? Was, siehe oben, ja gar nicht stimmt, wenn man einmal nur über eine Ecke mehr hinaus denkt und somit in seine Gedanken über den „Gewinn“ mit einbezieht, was alte Leute bereits für die Gesellschaft getan haben und was junge Leute noch für die Gesellschaft tun werden – und was also die Menschen, die „hauptberuflich Mitmensch“ sind, gerade und in diesem Moment für die Gesellschaft tun, wenn sie ihre Zeit dafür verwenden, Kinder zu erziehen und Alte zu betreuen.

Stattdessen erhalten irgendwelche „Nieten in Nadelstreifen“ Millionen für ihre Arbeit von zumindest oft zweifelhaftem Wert. Man denke nur an VW und getürkte Abgaswerte, aufgrund derer ja dieses ganze Geld, diese ganze „Wertschöpfung“, aus der sich der betrügerische Spitzenmanager dann bedient, erst zustande kommt… . Diese Leute werden „belohnt“ und „honoriert“ für…

…ach, lassen wir das, diese Webseite widmet sich ja freundlichen Ideen und nicht der allzu heftigen Kritik am allzu Offensichtlichen…

Also, lieber Staat, liebe politische Elite, liebe Entscheidungsträger: Denkt endlich einmal über den Horizont des eigenen Abendessens und der nächsten Diätenerhöhung hinaus und begreift, dass es einen „Hauptberuf Mitmensch“ gibt. Dass es Millionen von Menschen gibt, die Belohnungen verdienen, denn auf den Schultern dieser unterbezahlten, hochqualifizierten „Ehrenämter“ ruht unsere gesamte SOLIDAR-Gemeinschaft. Sie sind die wahren Arbeiter, die unermüdlich und mit einer Engelsgeduld Arbeiten tun, die sich so mancher Manager (der ja „managen“, also Menschen führen und delegieren können müsste) niemals antun würde.

Schickt mal ein paar von den „Spitzenkräften“ für drei Tage in einen Kindergarten, damit sie eine Gruppe 5-jähriger führen und delegieren. Ich gebe keinem dieser feinen Damen und Herren in dieser verantwortungsvollen Position mehr als drei Stunden, bevor sie entnervt und kreischend, wenn nicht gar depressiv das Legoland verlassen.

Und wie bezahlen wir also diese Löhne? Einer von vielen Vorschlägen: Wir bemessen, analog zum viel diskutierten „Mindestlohn“ einfach eine „Lohnobergrenze“. Diese darf gerne ein Ferienhaus und eine Yacht und wasweissichnochnichtalles, was die Damen und Herren unbedingt zum Leben „brauchen“ beinhalten. Aber alles was darüber hinaus vom Konzern an Gewinn erwirtschaftet wird, fliesst in die Honorare und Renten derjenigen, die sich diese redlich verdient haben. Ein „kommunistischer“ Gedanke? Quatsch! Finanzielle Anreize, Wertschöpfung zu betreiben, muss und wird es für jeden Privatmann, Erfinder, Visionär, Manager, harten Arbeiter, Forscher, Investor etc. immer geben. Aber eben nicht nur für diese Herrschaften, sondern ebenso für den Vater, die Mutter, den Pfleger, die Kindergärtnerin und die Krankenschwester und die vielen „Ehrenamtlichen“, ohne die ein soziales Miteinander niemals möglich wäre. Sowohl öffentlich als auch im eigenen Hause ehrlich arbeitende Menschen. Sie alle leisten wert-volle Arbeit für uns Alle!

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  1. „Arbeit gegen Brot“: Ein untragbares Konzept! » Leucht-dio.de

    […] definieren gerne ein „Existenzminimum“- vielleicht wäre es interessant, sich auch einmal über ein Existenzmaximum Gedanken zu machen. Denn einerseits ist es richtig, dass (finanzielle) Anreize die Innovativkraft […]

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