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Okt 08

Practise Random Kindness and Senseless Acts of Beauty

practise random kindness and senseless acts of beautyEin kalter Wintertag in San Francisco, Feierabendverkehr. Eine elend lange Autoschlange vor der Zufahrt zur Oakland Bay Bridge. Die Menschen stehen im Stau, sind genervt und gehetzt, wollen nach Hause. Grummeln vor sich hin, lassen ihren Arbeitstag, ihren kleinen und grossen Ärger in ihrem Kopf revue passieren. Kaum einer ist gut drauf, kann man verstehen, so im Stau.

Ein roter Honda fährt am Mauthäuschen vorbei, dort entrichtet man seinen Obolus fürs Überqueren der gewaltigen Brücke. Sie grinst den jungen Kassierer, ein ebenfalls eher genervter Student, freundlich an, und schiebt einen grossen Schein rüber. Als er herausgeben will, winkt sie ab. „Nein, ist gut so. Ich zahle für die nächsten 8 Autos mit, die hier vorbeifahren!“. Sagts, lässt den verdutzten Studenten mit dem Schein sitzen und fährt vergnügt ein paar Meter weiter.

Eines nach dem anderen fahren die nächsten Autos an der Schranke vorbei. Die Fahrer haben ihre Dollarscheine in der Hand und der Student grinst sich eins, als er mit wachsender Freude in die überraschten Gesichter schaut und trocken kommentiert: „Ach, lassen sie das Geld stecken, für sie ist bereits bezahlt worden. Haben sie noch einen schönen Tag!“. Der eine oder andere eben noch betrübte, zornige, rumgrummelnde Autofahrer wird, nachdem er die kurzerhand etwas entgleisten Gesichtszüge wieder geordnet hat, das eine oder andere Lachfältchen produziert haben und vielleicht danach im Stau nicht mehr ganz so aggressiv gefahren sein. Vielleicht hat er dann ja auch, zu Hause angekommen, den Kindern eine faszinierende kleine Geschichte erzählt und hat die gesparten Dollar in einen Überraschungs-Kinobesuch investiert oder in den neuen Fussball?! Oder vielleiocht hat er am nächsten Tag ja am Mauthäuschen auch etwas tiefer in die Tasche gegriffen?

Es wird sich herausstellen, dass die Dame im Honda irgendwo diesen seltsamen Spruch „Practise random kindness and senseless acts of beauty“ gelesen hat. Das hat ihr gefallen, sie hat sich ein paar Gedanken darüber gemacht und dann ausgerechnet im unromantischen und auf die Nerven gehenden Stau ist sie zur Tat geschritten.

„Hier ist die Idee“, erklärt sie später, „Alles, von dem Du glaubst, es sollte auf dieser Welt öfter geschehen, kannst Du selbst, zufällig, hier und da anstossen. Du möchtest kürzere Wartezeiten im Stau, oder magst mal was spendiert bekommen? Mach selbst den Anfang. Freundlichkeit spricht sich genauso schnell herum, sorgt genauso schnell für Nachahmung, wie Unfreundlichkeit, Gewalt, Hässlichkeit es auch tut!“

Und wem würde da nicht spontan die eine oder andere Situation einfallen, in der man solche zufällige Freundlichkeit oder „sinnlose, schöne Aktionen“ nicht auch gleich mal in die Tat umsetzen könnte?

In Californien, so wird behauptet, hat sich dieser Spruch jedenfalls rasant verbreitet und es war nicht selten, dass man beim Bäcker nur etwas traurig schauen musste, und schon bekam man ein süsses Teilchen oder einen Kaffee spendiert. 🙂

Berichtet, liebe Leser. Wo habt ihr das ausprobiert? Was ist passiert? Wir warten auf spannende Kommentare.

Schreibt ein Mail, schickt einen frankierten Rückumschlag, und wir schicken Euch 10 Aufkleber mit diesen wunderbaren Worten!

 

 

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