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Okt 09

Paulo Coelho: Sinnsucher und Lebensliebhaber

 

leuchtdiode coelhoEin paar Zitate von Paulo Coelho, die beim Durchstöbern seiner Werke Eingang in mein Herz gefunden haben.
Paulo Coelho ist einer dieser Menschen, die sich ihr Staunen, ihr kindliches Wundern und ihr Suchen nach Verstehen und Miteinander nie haben nehmen lassen. Man mag ihn hier und da für narzisstisch halten, aber seine Ideen und Gedanken spenden so oft Trost, Hoffnung, Mut für die Zukunft und nicht zuletzt geben sie Einblick in das Gemüt eines Menschen, der Seinesgleichen lieben möchte. Der Minderheiten, Träumer und Spinner versteht, der sich in eine Gruppe von „ausgestossenen“ jungen Menschen mitten in Paris „verliebt“, die sich selbst die „neuen Barbaren“ nennen, die auf der Suche sind nach einer ehrlicheren Welt und sich, oberflächlich nur, durch Kleidung und ruppiges Verhalten von den Normalbürgern abgrenzen, so dass kaum ein Mensch – ausser Coelho eben, sich in den Dialog mit ihnen zu begeben traut…:


„Lebenstraum verwirklichen“

 

Warum aber ist es so wichtig, dass wir unseren persönlichen Lebenstraum verfolgen, auch wenn wir deshalb mehr als andere leiden müssen? Aus dem einfachen Grund, dass, wenn wir die Niederlagen erst verwunden haben, und das tun wir immer, wir von einer größeren Freude und von größerem Selbstvertrauen erfüllt sein werden.

Tief in unseren Herzen wissen wir, dass wir uns des Wunders des Lebens würdig erweisen. Jeder Tag, jede Stunde ist Teil des guten Kampfes. Wir beginnen voller Begeisterung und voller Freude zu leben. Unerwartetes, heftiges Leiden geht schneller vorüber als scheinbar erträgliches, das Jahre lang andauert und uns kaum bewusst wird. Es nagt so lange an unserer Seele, bis wir eines Tages ganz verbittern und das Leid uns bis ans Ende unseres Lebens begleitet.

(Aus: Vorwort zur Neuauflage des „Alchimisten“, 1996)

„Die Erfahrung des Absoluten“

 

Das Absolute zeigt allen Menschen, wer sie wirklich sind, ein unendliches Netz aus Ursache und Wirkung, wobei jede kleinste Geste des einen sich im Leben des anderen widerspiegelt. Heute Morgen war dieser Teil des Absoluten noch sehr lebendig in meiner Seele. Ich hatte nicht nur dein Ich, sondern alles gesehen, was es auf der Welt gibt, ohne Grenzen von Zeit und Raum.
Petrus, ein Führer und „Meister“, und dennoch selbst auch Suchender, zu seinem Schüler Paulo Coelho auf dem Jakobsweg
(Aus: „Auf dem Jakobsweg“, S. 151)

„Das Exercitium der Langsamkeit“

 

Gehe 20 Minuten lang halb so schnell wie gewöhnlich. Achte auf alle Details, auf die Menschen und die Landschaft um dich herum. Der beste Augenblick, um diese Übung zu machen, ist die Zeit nach dem Mittagessen. Wiederhole diese Übung sieben Tage nacheinander.
Die Reise, die zuvor eine Qual gewesen ist, weil du nur ankommen wolltest, beginnt sich nun in eine Freude zu verwandeln, in die Freude an der Suche und am Abenteuer. Damit nährst du etwas sehr wichtiges, nämlich deine Träume. Ein Mensch darf nie aufhören zu träumen. Der Traum ist für die Seele, was Nahrung für den Körper bedeutet. Wir müssen häufig in unserem Leben erfahren, wie unsere Träume zerstört und unsere Wünsche nicht erfüllt werden, dennoch dürfen wir nie aufhören zu träumen, sonst stirbt unsere Seele.

(Aus: „Auf dem Jakobsweg“)

„Der gute Kampf – über die Verwirklichung Deiner Träume“

 

Der gute Kampf ist der, den wir im Namen unserer Träume führen. Wenn sie mit aller Macht in unserer Jugend aufflammen, haben wir zwar viel Mut, doch wir haben noch nicht zu kämpfen gelernt. Wenn wir aber unter vielen Mühen zu kämpfen gelernt haben, hat uns der Kampfesmut verlassen. Deshalb wenden wir uns gegen uns selber und werden zu unseren schlimmsten Feinden. Wir sagen, dass unsere Träume Kindereien, zu schwierig zu verwirklichen seien oder nur daher rühren, dass wir von den Realitäten des Lebens keine Ahnung hätten. Wir töten unsere Träume, weil wir Angst davor haben, den guten Kampf aufzunehmen.
Wenn wir vielen Menschen das Gute zu zeigen versuchen, ihnen zeigen wollen, dass das Leben großzügig ist, weisen Sie dieses Ansinnen häufig zurück, als Stämme es vom Dämon. Sie wagen nicht, etwas vom Leben zu fordern, weil die Angst vor der Niederlage zu groß ist. Doch wer den guten Kampf kämpfen möchte, der muss die Welt als einen unendlich großen Schatz ansehen, der darauf wartet, entdeckt und erobert zu werden.
(Aus: „Auf dem Jakobsweg“)

„Warum sind die Menschen traurig?“

„Das ist einfach. Sie sind an ihre persönliche Geschichte gefesselt. Alle glauben, das Ziel des Lebens bestehe darin, einem Plan zu folgen. Niemand fragt sich, ob es der eigene Plan ist oder ob er von jemand anderem gemacht wurde. Erfahrungen, Erinnerungen, Dinge, Gedanken anderer werden angehäuft, mehr, als die Menschen tragen können. Und daher vergessen sie ihre Träume. (…)
Wie viele Menschen sagen ihr Leben lang: ‚Ich habe nichts von dem getan, was ich wollte, aber so sieht die Realität nun einmal aus‘.
Wenn sie sagen, dass sie nicht getan haben, was sie wollten, dann wissen sie doch, was sie wollen. Die Realität, das sind doch nur die Geschichten, die die anderen über die Welt erzählen und wie wir uns darin verhalten sollen.“

 

(Aus: Paulo Coelho, Der Zahir)


 

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