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Okt 08

Freundlichkeit lernen!

Freundliches Miteinander ist eigentlich so einfach.

Um so erstaunlicher, dass es so häufig nicht funktioniert.

Mein absoluter „Favorit“, vor Allem im Internet, aber auch im täglichen analogen Leben, ist die Unsachlichkeit: Einer beschreibt die Gedanken zu einem Thema, das ihn interessiert. Und sein Gegenüber antwortet – aber trägt nichts zum Thema bei sondern verlegt sich auf einen Kommentar, oft sogar Angriff. Ein kleines Beispiel:

„Ich habe mir heute Gedanken darüber gemacht, wie man Kinder in Eigenregie spielerisch und sehr individuell schulen kann, anstatt sie auf Einheitsschulen in einen Topf zu werfen, mit gleichen Zeiten, Lerninhalten und so weiter.“

Und als Antwort: „Was weisst DUU denn schon von Kindern, und in der Schule warst Du früher ja auch eine Null…“

Nach solch einem unsachlichen Kommentar ist oft schon jedes zarte thematische Pflänzchen zertreten und eine Diskussion endet im Streit, wahlweise auch mit Schweigen, Abwenden, Abwinken, Ärgern, Schlagen, Mord und Totschlag. Dabei hat hier doch jemand sich Gedanken gemacht und möchte diese Ideen und Visionen nun gerne mit anderen Menschen diskutieren. Gerne sich auch kritisiert wissen, aber eben hart am Thema, an der Sache, und nicht dumm zur Person.

Sachlichkeit ist nicht schwer zu erlernen. Ehrlichkeit ist erlaubt, und Zärtlichkeit in Worten, Gesten, Handlungen ist eine einfache und eigentlich dem Menschen vertraute Methode, die einander näher bringt. Üben wir das doch mal und wenden es im Alltag an.

2 Kommentare

  1. Sophie

    Spielerische Eigenregie ist doch genau das was stattfindet wenn man Kinder nicht beschult. Oder sie so leitet das der Kontext beschulung hier herausfällt.
    Ich verstehe, es geht hier in diesem leuchtenden Thema um Freundlichkeit. Um Sachlichkeit als Basis für ein respetvolles, friedliches miteinander. Selbst bei einer Diskussion bei der die verschiedenen Sichtweisen weit auseinander gehen.
    Trotzdem um dieses wunderbare Fallbeispiel weiterzuführen möchte ich damit spielen und fragen:
    Könnte denn nicht genau die eine Konsequenz einer nicht beschulung diesem Thema gerecht werden?
    Fängt es denn nicht bei Kindern an? Bei Kindern die damit großwerden das sie tatsächölich ein Mitsprache und Selbstbestimmungsrecht haben? das sie als wertvolle, ganze Menschen gesehen werden? Als ein mensch dem seine Eigenregie zugestanden wird? Dem natürlicherweise ein herzlicher, überausgroßer Vertrauensvorschuss geschenkt wird? nicht umgekehrt , den er sich erst erarbeiten muss? Sind vielleicht genau diese , in sich ruhenden, weil anerkannten und wertgeschätzten Menschen eben diese ide Wertschätzung auch dem was anders ist als das eigene auch in jahre später folgenden sachlichen diskussionen entgegebringen können?
    Genau die schulische Gleichmachung fördert doch ein Unverständnis, eine Entfremdung von dem was über unseren eigenen beschulten Geist hinausgeht.und somit eine Unsachlichkeit. Die Unfähigkeit eine sache nahezu wertfrei betrachen zu können. sich an werte neu heranzutasten.
    Die latente Unfähigkeit eine sachliche Unterhaltung oder Themenanschauung von der eigenen Emotionswelt zu trennen , an der ’sache‘ vorbeizugehen. weil unsere identifikation so stark ist? weil wir nicht gelernt haben – zbs in der schule?- wo wir unser selbst finden? will denn eine Schule zentrierte Menschen?
    Sachlichkeit setzt doch bei einem Thema für das wir starkes Interesse hegen voraus das wir – um andere Meinung akzeptieren oder gar in verbalem Austausch voranbringen können – unseren emotionalkörper unter kontrolle haben. das gelingt jedem gereiften erwachsenem menschen. meistens. oft. manchmal.
    ist denn eine antoert wie die oben im beispiel genannte nicht eher die eines unreifen, unbedachten etwas bockigen Kindes. sehr reduziert?
    Damit wäre ich wieder bei dem thema Freundlichkeit und liebe uns selbst und anderen gegnüber. villeicht ist dieser schritt im umkehrshluss der erste. denn akzeptanz für das selbst birgt ebendiese für andere.
    und eine hervorragende Grundlage für eine sachliche diskussion.

  2. leuchtdiode

    *Erwischt* Guter Punkt. Eins zu null.
    Denn tatsächlich werden viele Anlagen für den von mir beschriebenen absoluten no-go dieser Unsachlichkeiten im Kinder- und Jugendalter ausgebildet, und unsere Einheitsschulen machern einen Scheissjob!

    Dein Ansatz, also was Du aus meinem Beispiel ableitest, ist für mich hier auf leucht-dio.de auf jeden Fall ein Thema für sich!
    Die Rubrik http://leucht-dio.de/ideen/kinder/schule-2020/ ist noch leer, da muss das hinein.
    „Schule“, aber in einer zeitgemässen, ganz neu gedachten Form, macht IMHO schon Sinn.
    Aber das vertiefen wir, hmmm, was meinst Du?

    Dankeschön für den ersten Input.
    Als erste, die auf den jungen Seiten hier kommentiert hat, bekommst Du einen Leuchtpreis: Einen bunten Strauss aus magnetischen Leuchtdioden, die man „werfen“ kann 🙂 (die werden mir gerade vom anderen Ende der Welt per Schiff geliefert, also das dauert noch ein bisschen…).

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